Abgeordnetenhaus von Berlin

Bienenschwarm
Ein eingefangener Bienenschwarm folgt seiner Königin in die Bienenkiste.

Diese fleißigen Völkchen sind hoffentlich Vorbild für die ca. 150 Abgeordneten des Berliner Parlaments: bei den 50000 Honigbienen auf dem Dach des ehemaligen Preußischen Landtags können sich die gewählten Volksvertreter nun ganz konkrete Anregungen holen zu den Themen Umweltpolitik und Stadtnatur. Den Pollensammlerinnen ist es zwar höchstwahrscheinlich egal, wer in den Räumen unter ihnen regiert, nicht aber, dass die Vielfalt des städtischen Blütenmeers weiterhin erhalten bleibt. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist kein öffentlicher Zugang zu den Bienenstöcken möglich.

Adresse:
Niederkirchnerstraße 5
10117 Berlin

Link zum Abgeordnetenhaus

Anzahl der Bienenstöcke: 2

Zugang: kein öffentlicher Zugang zu den Bienenstöcken

Interview
Heinz Risse
Heinz Risse, Elektroingenieur in der Bundesdruckerei, Imker am Standort Abgeordnetenhaus

Was bedeutet Ihnen die Stadtimkerei?

Mit meiner Stadtimkerei verbinde ich eine ökologische und nachhaltige Erzeugung des Lebensmittels Honig in der Region, in der ich lebe. Die Bienenhaltung ist ja nicht nur auf die Landwirtschaft beschränkt, sondern ist auch mitten in der Stadt möglich. Bienen in ländlichen Gebieten sind an ihrem Standort leider häufig auf eine Monokultur angewiesen, die nur wenige Tage oder Wochen in Blüte steht. Bienen finden in Städten daher ein umfangreicheres und abwechselungsreiches Nahrungsangebot vor. In den Städten gibt es außerdem keinen großflächigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Somit geht es Stadtbienen heutzutage besser als Landbienen.

Warum machen Sie bei "Berlin summt!" mit?

Die Imkerei hat aktuell mit vielen Problemen zu kämpfen, deren Ursachen im Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, dem Einsatz der Gentechnik und in der Art und Weise des Umgangs mit den Bienen liegen. Durch das Betreiben von Bienenstöcken auf prominenten Gebäuden der Stadt können wir eine breite Öffentlichkeit für die wertvollen Bestäubungsleistungen der Honigbiene sensibilisieren.

Ich persönlich möchte eine naturnahe, wesensgemäße und ökologische Bienenhaltung befördern. Sie stellt die Natur und die Bienen mehr in den Mittelpunkt und gibt nicht ausschließlich wirtschaftlichen Interessen den Vorrang. Mein Imkerverein Mellifera e.V. als Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung bietet hier Alternativen für eine Bienenhaltung, die dem Wesen der Biene und auch des Menschen gerecht zu werden versucht. Ganzheitliche Perspektiven, eine Nähe zu den Bienen und ein undogmatischer Erfahrungsaustausch wirken sehr positiv in unserem Netz von Partnern, die sich um Bienen, Hummeln & Co. kümmern.

Was verbinden Sie mit Ihrem Standort?

Das Abgeordnetenhaus als Sitz des Landesparlaments von Berlin bietet erstaunliche Parallelen zum Superorganismus Bienenstaat. Die Institution Parlament entstand einmal, um die absolute Macht der Könige einzuschränken. In den heutigen modernen Demokratien kommt dem Parlament besondere Bedeutung zu. Vom Volk durch Wahlen legitimiert, legen die Abgeordneten als Stellvertreter der Bürger die Grundlinien der Staatspolitik durch Gesetze fest und kontrollieren die Regierung bei deren Ausführung. Dabei setzt sich das Abgeordnetenhaus von Berlin mit regionalen Fragen auseinander. Auch im Bienenvolk auf dem Dach des Abgeordnetenhauses gibt es eine Königin. Auch ihre Macht ist eingeschränkt, denn es entscheidet das Volk als Gesamtheit im Superorganismus Bienenstaat.

Ergebnisse der Honiguntersuchung

Der Honig vom Abgeordnetenhaus wurde durch das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. (LIB) einer Vollanalyse mit Pollenuntersuchung unterzogen. Besonderer Dank gilt Frau Dr. Birgit Lichtenberg-Kraag (LIB) für die durchgeführten Untersuchungen. Den kompletten Prüfbefund des untersuchten Honigs können sie hier nachlesen.

Aufstellen der Bienen unter Beteiligung des neuen Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland

Kontakt

Dr. Corinna Hölzer, Cornelis Hemmer
Hermannstr. 29, 14163 Berlin-Zehlendorf
Tel.: 030. 394 064 310
Fax: 030. 394 064 329