Hummeln

Auch Hummeln sind Wildbienen

Erdhummeln auf Diestel
Erdhummeln auf einer Distelblüte

Hummeln sind die Zeppeline unter den Bienen. Die intelligenten, sensiblen und friedfertigen Tiere haben eine mehr als 25 Millionen Jahre währende Evolution durchlaufen. Sie stammen ursprünglich aus der Himalaya-Region. Diese robuste Insektengattung breitete sich fortwährend bis Sibirien, Alaska und selbst bis nach Grönland aus. Demnach finden sich ihre Verbreitungsgebiete nahezu auf der gesamten eurasischen Landfläche. Natürlicherweise finden wir vereinzelt Arten im Amazonasgebiet. In wärmeren Regionen beschränken sich ihre Lebensräume auf die Gebrirgsregionen.   

 

Anteil der Hummelarten in Bezug zur Gesamtanzahl von Wildbienen in Deutschland

Weltweit sind etwa 250 Arten bekannt, wovon 70 in Europa zu finden sind. In Deutschland sind 41 Arten heimisch, davon kommen 7 Hummelarten relativ häufig vor. Interessanteweise gibt es auch sogenannte Schmarotzerhummeln, vertreten mit 9 Arten, die keine Völker bilden. Stattdessen legen sie ihre Eier in bestehende Hummelvölker und  lassen sie dort fremd ausbrüten.Die zu den "Echten Bienen" gehörende Gattung der Hummeln (Bombus) bilden Staaten aus 50 bis 600 Individuen. Ein Hummelvolk besteht wie bei den Honigbienen aus Arbeiterinnen, Drohnen und einer Königin. Ein Hummelvolk lebt bei uns einen Sommer und stirbt im Herbst. Die befruchteten Königinnen überwintern und beginnen im zeitigen Frühjahr mit der Nestanlage und dem Aufbau eines neuen Volkes.

Wiesenhummel (Bombus pratorum)

Was den Blütenbesuch betrifft, so gehören Hummeln grundsätzlich zu den Generalisten unter den Bienen, sie können zur Aufnahme von Nektar und Pollen die Blüten vieler unterschiedlicher Pflanzen besuchen. Dabei spielen Körpergröße und Rüssellänge eine wichtige Rolle. Da diese Faktoren schon bei Hummeln des gleichen Volkes variieren, finden wir auch bei „Geschwistern“ unterschiedliche Vorlieben beim Blütenbesuch. Diese Präferenzen können sich aber in Abhängigkeit vom Ertrag auch wieder ändern. Über 100 Obst- und Gemüsesorten sind unmittelbar von der Bestäubungsleistung dieser kleinen körperfülligen Hautflügler abhängig. Dazu zählen zum Beispiel Auberginen, Gurken, Kiwi, Mandeln, Melonen, Paprika, Pfirsiche und Tomaten. 

Ihre Nester sind teilweise bis zu 3 Meter tief, als lange Röhren, welche in Nagetierbauten, unter Baumwurzeln oder Hecken verborgen sind. Manche Arten bevorzugen es oberirdisch zu nisten. Komposthaufen, Dachböden, Meisenkästen oder Dornengestrüpp kommen dabei in Frage. Die Baumhummel nistet, wie es der Name bereits verrät, in natürlichen Baumhöhlen. Hummeln haben demzufolge unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Wir unterscheiden im Allgemeinen zwischen Arten der Ebenen, in offenen Landschaften und lichten Wäldern, und Arten der Hügelländer und Gebirge.

Lebenszyklus eines Hummelstaates

Frei gelegtes Nest der Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Die Zyklen der Hummelarten in Mitteleuropa sind unterschiedlich. Im Allgemeinen sind sie in der Zeit von Februar bis Oktober anzutreffen. Die überwinterte Königin erwacht im Frühjahr aus ihrem Winterschlaf und krabbelt aus der auftauende Erde heraus. Auf der Nordhalbkugel beginnt sie bereits im Februar/März mit der Suche nach Nahrung. Dabei ist sie auf die ersten Frühblüher (z.B. Sal-Weide und Krokusse) angewiesen, während die Honigbiene noch im warmen Stock bleibt beginnt die Hummel bereits mit der Bestäubung. Frühblühende Obstarten wie Aprikosen, Pfirsiche und Kirschen werden dabei angeflogen. Die Königin hat zu diesem Zeitpunkt geschrumpfte Ovarien im Hinterleib, in denen sich das eingelagerte Sperma aus dem Vorjahr befindet. Daher benötigt sie dringend proteinreiche Blütenpollen, bevor es an den Nestbau geht.

Obsthummel (Bombus pomorum) beim Pollensammeln

Mit diesem Pollen entwickeln sich ihre Eier allmählich, während sie bereits existierende Bodenlöcher (verlassene Bauten von Kleinsäugern) als neues Nest ausfindig macht. Dabei fliegt sie wenige Zentimeter auffallend langsam und schwankend über der Erde. Als Dämmmaterial verwenden Hummelköniginnen Haare, Federn, Moos, Gras oder gelegentlich auch Dachbodendämmung. Hummeln formen daraufhin eine Hohlkugel von der Größe eines Tennisballs, in die sie einen fingerhutförmigen Behälter aus Wachs baut – den sogenannten Honigtopf. Dieser wird mit Nektar befüllt. Des Weiteren formt sie eine etwa erbsengroße Kugel aus Blütenstaub, welche Pollen beinhaltet und wiederum mit Wachs umhüllt wird. Darauf legt sie Eier und befruchtet diese mit dem gespeicherten Sperma und überzieht sie mit einer Wachsschicht. Durch intensive Vibration bebrütet sie die Eier bei einer konstanten Temperatur von 30° Celsius, bis die Larven nach vier-fünf Tagen schlüpfen. Ihr Brustsegment erhitzt sich dabei auf bis zu 38° C. Die Zuckermenge die sie für diesen Akt benötigt entspricht ihrem Körpergewicht, was den Anflug von rund 6.000 Blüten bedarf. Durch die Temperaturregulierung war es Hummeln möglich, in kühlere Breiten vorzustoßen. Je weiter südlich man vordringt, desto weniger Hummelarten gibt es. In Afrika gibt es beispielsweise keine natürlich vorkommenden Hummeln und nur wenige in Südamerika.

Männliches Weidenkätzchen der Sal-Weide (Salix caprea)

Nach etwa 7 Tagen spinnt sich ein Kokon aus Seide. Die Puppen, aus denen Arbeiterinnen, Drohnen und Jungköniginnen werden, brauchen unterschiedlich lange Puppenruhen. 9,5 Tage bei Arbeiterinnen, 11 Tage bei Drohnen und 13 Tage bei Jungköniginnen. Vom Ei bis zur fertigen Hummel brauchen die Hummeln somit unterschiedliche Entwicklungszeiten: Arbeiterinnen 20 Tage, Drohnen 24 und Königinnen 27 Tage.

Zunächst entwickeln sich lediglich Weibchen - die ersten Arbeiterinnen des neugegründeten Staates. Diese erste Generation übernimmt in der Folge die Aufzucht der zweiten Generation von Larven. Arbeiterinnen und Königinnen legen auch Eier in fremde Nester, um den Fortbestand des eigenen genetischen Erbguts zu sichern. Arbeiterinnen sind bei Hummeln physiologisch außer Stande sich zu paaren, können aber unbefruchtete Eier einschleusen, die sich zu Männchen entwickeln.

„Entgegen der utopischen Idealvorstellung einer altruistischen Gesellschaftsordnung herrschen Machtkämpfe, Mord und sogar Kannibalismus im Hummelstaat…“ (Dave Goulsen - Hummelexperte an der der University of Sussex)

Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris) beim Nektarsammeln an einer Johannisbeere (Ribes)

Ab dem Moment, da die Arbeiterinnen auf Futtersuche gehen stellt die Königin diese Tätigkeit ein und verweilt für den Rest ihres Lebens im Nest, um weitere Nachkommen zu erbringen. In der Folge wächst das Nest des Staates. Die Königin stellt irgendwann die eigene Pheromonproduktion um, woraufhin weibliche und männliche Eier gelegt werden. Die weiblichen Larven entwickeln sich zu potenziellen Königinnen und die männlichen zu paarungswilligen Drohnen. Im Sommer sieht man verstärkt auch Drohnen Nektar trinken. Sie haben allerdings keine Chance, den Winter zu überleben. Nun sieht man vermehrt Hummeln, die emsig Blüten anfliegen.

Buzzing  bezeichnet dabei das Vibrieren der Hummel mit dem Oberkörper in der Blüte, woraufhin sich der Pollen löst. Hummeln saugen am liebsten an blauen Kelchen (sie können kein Rot sehen, dafür weit in den ultravioletten Bereich). Hummeln identifizieren zudem, ob zuvor andere Bestäuber an einer Blüte waren und ob sich der Aufwand lohnt, diese noch anzufliegen.

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris): Arbeiterin an Wiesensalbei (Salvia pratensis), mit gefüllten Körbchen; r. oben Arbeiterin an Salbeistängel; daneben durchlöcherter Lerchensporn (Corydalis); unten: Hummelnest mit Kuckuckshummeln (Psithyrus vestalis)

Im Hochsommer ist schließlich Paarungszeit, woraufhin die designierten Königinnen bereits im Juli und August den Winterschlaf beginnen. Die Überwinterung verbringen die künftigen Hummelköniginnen in lockerer Erde (Maulwurfshügel, Komposthaufen oder ähnliches). Dabei fährt sie alle ihre Körperfunktionen auf ein Minimum herab, damit der Frost ihr nichts anhaben kann. Der Trick der nachfolgenden Hummelkönigin ist dabei, dass sie in ihrer Honigblase einen kleinen Nektarvorrat mit sich führt. Dieser dient als „Brennstoff“, den sie im Laufe der Wintermonate nach und nach aufzehrt. Sofern sie Überschwemmungen, Frost und weitere Herausforderungen des Winters überlebt, kann sie im nächsten Frühjahr ihren eigenen Hummelstaat gründen. Der Zyklus beginnt von neuem.

Flugzeiten häufiger heimischer Hummelarten
Kuckuckshummeln

„Kuckuckshummeln – ungewöhnliche Anpassung“

Norwegische Kucuckshummel (Bombus norvegicus) und ihr Hauptwirt die Baumhummel (Bombus hypnorum)

Bienen, insbesondere Honigbienen, werden oft durch ihr soziales Verhalten und disziplinierte Arbeitsteilung als Vorbild für funktionierende Gesellschaften gesehen. Sie gilt „als Symbol für positive und erstrebenswerte Eigenschaften wie Harmonie, Fleiß und Selbstlosigkeit“ (Prof. Dr. Jürgen Tautz Leiter des HOBOS Projekts)

Dabei gibt es erhebliche Abweichungen von dieser harmonisch-altruistischen Vorstellung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Untergattung der Kuckuckshummeln (Psithyrus), innerhalb der Gattung der Hummeln (Bombus). Bei etwa einem Viertel unserer heimischen Bienenarten handelt es sich um Kuckucksbienen. Dieser Begriff bezieht sich auf ihre Art der Fortpflanzung und ihre sozialparasitäre Lebensweise. Dadurch, dass sie die Brutpflege mit all den damit verbundenen Tätigkeiten verlernt haben, nutzen sie im wahrsten Sinne das gemachte Nest. Kuckuckshummeln lassen ihre Nachkommen von Arbeiterhummeln des Wirtsvolkes ausbrüten und aufziehen.

Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris) und ihr Hauptwirt die Wiesenhummel (Bombus pratorum)

Ein Volk von Kuckuckshummeln besteht nämlich lediglich aus Drohnen und Königin, weshalb sie außer Stande sind eigenständige Staaten zu gründen. Neben ihrem Verhalten äußert sich ihr evolutives Schmarotzertum auch durch ihre Körpermerkmale. So haben sie keine besondere Behaarung an den Hinterbeinen, da für sie der Pollentransport entfällt. Ebenso können sie kein Wachs produzieren. Dafür sind andere Merkmale deutlich ausgeprägt. Ein großer Kopf, kräftige Kiefer und Stachel und ein dicker Panzer ermöglichen es ihr sich andere Staaten untertan zu machen.

Bärtige Kuckuckshummel (Bombus barbutellus) und ihr Hauptwirt die Gartenhummel (Bombus hortorum)

Kuckuckshummeln sind wirtspezifisch. Sie haben meist nur eine Hummelart als Wirt, bzw. wenige Hummelarten. Zudem ähneln sie ihren Wirten oft in Färbung, Zeichnung und chemischer Zusammensetzung ihres Außenskeletts. Gemäß dem Lebenszyklus ihrer Wirtshummeln, erscheinen die Schmarotzerhummeln etwas später als die Königinnen der zu parasitierenden Art, nach der Überwinterung. Umgehend beginnt der Eindringling mit der Eiablage im fremden Nest, da die ursprüngliche Königin noch keine Brut zu versorgen hat und selbst noch auf Nahrungssuche geht – ist dies der ideale Zeitpunkt für eine Infiltration. Dabei bleiben Kämpfe zwischen der Kuckucks-Königin und den Arbeiterinnen des Staates nicht aus. Seltener kommt es zur direkten Konfrontation der Hummelköniginnen. Diese soll schließlich die fremde Brut aufziehen. Da ihre Verbreitungsgebiete kleiner sind als die ihrer Wirte, sind Kuckuckshummeln auch häufiger vom Aussterben bedroht und somit insgesamt seltener. 

Rotschwarze Kuckuckshummel (Bombus rupestris) und ihr Hauptwirt die Steinhummel (Bombus lapidarus)

Sobald die Kuckuckshummel in ihren neuen Staat eingedrungen ist, beginnt sie die Eier der verdrängten Königin zu verzehren, eigen Brutkammern zu bauen und ihre Eier abzulegen. Andererseits, kann es aber auch dazu kommen, dass die Eier von der Wirtskönigin und den Arbeiterinnen verzehrt werden. Entwickeln sich die untergeschobenen Eier jedoch, so beteiligen sich die geschlüpften Kuckucksdrohnen nicht am Sammeln von Pollen und kaum an der Brutpflege. Durch die größere Anzahl und schnellere Entwicklung der Kuckuckshummeln können sie das Nest schnell übernehmen.

Zur Paarung verlassen die Jungköniginnen das okkupierte Nest um sich in der Folge ein geeignetes Winterquartier zu suchen. Da sich die Kuckuckshummeln nicht mehr selbstständig fortpflanzen können sind sie abhängig von ihren Artverwandten. Das Verhalten von Kuckuckshummeln mag niederträchtig wirken, ist jedoch vorrangig Ausdruck für die vielfältigen Anpassungsstrategien und die Artenvielfalt unserer heimischen Bienenfauna, die es nicht nur zu bestaunen sondern auch zu schützen gilt. 

Und sie fliegt doch!

Dunkle Erdhummel (Bobus terrestris) im Anflug

 „Die Hummel hat eine 0,7 Quadratzentimeter große Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Doch die Hummel weiß das nicht und fliegt trotzdem." 

Diese Geschichte entstand wahrscheinlich zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des Physikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen. Die Presse sorgte dafür, dass sie sich weiter verbreitete. 

Richtig ist, dass das Gelenk der Hummelflügel, wie bei vielen Insekten, aus einem extrem elastischen Eiweißmolekül, dem Resilin, bestehen. Durch die Biegsamkeit und die schnelle Flügelbewegung - mehr als 100 Mal pro Sekunde - werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb und Vorschub ermöglichen. Daher können die Tiere schnell auf Änderungen im Luftstrom reagieren und müssen so auch bei stürmischem Wetter nicht mehr Energie für den Auftrieb aufwenden als bei schwachem Wind.

Hummelporträts

Neben den selten anzutreffenden Arten wie Obsthummel (Bombus pomorum), Mooshummel (Bombus muscorum) oder Grashummel (Bombus ruderarius) gibt es in Deutschland Hummelarten, die häufiger als andere durch unsere Gärten und Balkone summen. Im Folgenden werden diese Arten kurz vorgestellt.

Ackerhummel (Bombus pascuorum)
Nahaufnahme Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Merkmale: Königin bis 18mm - Arbeiterinnen bis 15mm - Drohnen bis 14mm. Die Ackerhummel besitzt einen länglichen Kopf und hat einen stark unterschiedlich gefärbten, pelzig behaarten Körper bei beiden Geschlechtern. Die Brustoberseiten variieren von rötlich braun, beige bis hell grau bis rostig gelb, oft in der Mitte dunkelbraun. Das Hinterleibsende variiert zwischen rötlich braun, orange und beige gelb, manchmal streiflich abgesetzt, braun bis schwarz. Auffallend ist der vergleichsweise sehr lange Rüssel.

Lebensraum: Zu finden ist sie in ganz Europa, Sibirien, Zentralasien bis Kamtschatka. Sie zeigt keine strenge Habitatbindung. Dabei sind Waldsäume, Hecken, Mager- und Fettwiesen, Hochwasserdämme, Brach- und Ruderalflächen, Garten- und Parkanlagen ihre favorosoerten Lebensräume. Die Ackerhummel fühlt sich wohl vom Flachland bis in die subalpine Höhenstufe.

Lebensweise: Sie fliegt von April bis in den Oktober hinein. Bombus pascuorum nistet unterirdisch (z.B. unter Moospolstern), zumeist in verlassenen Bauten von Kleinsäugern (in Mäusegängen), oder oberirdisch in der Krautschicht und in Hohlräumen (Scheuchl & Willner 2016). Der Staat der Ackerhummel kann zwischen 60-150 Individuen beherbergen (Amiet & Krebs 2012).

Nahrung: Nektar, Pollen und Honigtau gehören zur ihrem Nahrungsspektrum. Dabei lebt sie polylektisch und betreibt ihre Vorratshaltung in Taschen.

Ackerhummel bei der Nahrungsaufnahme

Besonderheiten:Starke Ähnlichkeiten mit der Veränderlichen Hummel (Bombus humilis).Sie wird von der Feld-Kuckuckshummel (Bombus campestris) parasitiert. Außerdem ist die Ackerhummel nicht gefährdet und ist somit nicht in die Rote Liste der bedrohten Arten eingestuft.

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) beim Nektar sammeln

Merkmale: Königin bis 23mm - Arbeiterinnen bis 18mm - Drohnen bis 16mm.
Die dunkle Ackerhummel besitzt einen vergleichsweise kurzen Kopf und einen kurzen Rüssel (bis ca.10mm). Sie hat einen pelzigen, samtschwarz behaarten Körper. In Kopfnähe befindet sich ein dunkelgelber, manchmal bis zu 2 mm breiter Streifen. Im ersten Drittel des Hinterleibs hat sie einen etwas breiteren dunklen Streifen. Die letzten zwei Ringe des Hinterleibs hingegen sind weiß.

Lebensraum: Bombus terrestris ist in ganz Europa heimisch. Man findet sie aber auch in Nordafrika, der Mongolei und Japan.  Sie zeigt ebenfalls keine strenge Habitatbindung. Allerdings ist sie  aber eher an offenen Standorten wie Waldsäumen, Hecken, extensiv genutzten Grünland, Hochwasserdämmen, Brach- und Ruderalflächen zu finden. Überwiegend unterirdisch  - gerne unter Terrassen und über Lufziegeln in die Wandnischen von Häusern.  Vom Flachland bis in die montane, in der Südschweiz bis in die subalpine Höhenstufe

Lebensweise: Die überwinterte Königin (in Erdlöchern und untertrockenem Laub) fliegt ab März und die jungen Königinnen und Drohen ab Juli. Ihr Nest liegt nicht selten in einer Tiefe von 1,5m, wodurch es frostgeschützt ist. Die Nester der Dunkeln Erdhummel können zur Hochsaison des Hummeljahres bis zu 500 Individuen aufweisen.  

Nahrung: Zu ihrem Nahrungspräferenzen gehören Nektar, Pollen und Honigtau, damit ist die Erdhummel als polylektische Art einzustufen.

Dunkle Erdhummelkönigin an einer Winterlinde (Tilia cordata)

Besonderheiten: Erdhummeln können aggressiv werden bei Bedrohung. Besonderheit: Arbeiterinnen legen selbst Eier aus denen Drohen hervorgehen. Diese können jedoch auch vorher von der Königin gefressen werden, sofern diese die Findelkinder registriert. Als Neozon ist sie in vielen Erdteilen für die Landwirtschaft eingeführt worden. Durch den vermehrten Einsatz in Treibhäusern, ist die Dunkle Erdhummel in Südamerika mittlerweile eine invasive Art, mit einer Verbreitungsgeschwindigkeit von 200km pro Jahr.

Steinhummel (Bombus lapidarius)
Steinhummel (Bombus lapidarius) auf Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)

Merkmale: Königin bis 22mm - Arbeiterinnen bis 16mm - Drohnen bis 16mm. Samtig schwarz mit behaartem Körper. Dabei ist das Hinterleibsende rot, bzw. braunrot gefärbt. Die Drohen haben eine gelbe Binde auf dem Thorax. Die Körperform der Steinhummel ist nur wenig schmaler als bei der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris).Neben einem kurzen Kopf hat sie auch einen eher kurzen Rüssel mit einer Länge von etwa 10mm.

Lebensraum:
Die Steinhummel zählt zu den häufigsten Hummelarten in Mitteleuropa. Sie bevorzugt trockene und warme Standorte mit Steppencharakter. Dabei hat sie ihr Verbreitungsgebiet vom Flachland bis in die subalpine Höhenstufe (max. 2400m ü.NN). Die Habitate reichen von Waldsäumen, Mager- und Fettwiesen, Hochwasserdämmen, Ruderalflächen bis hin zu Garten- und Parkflächen.

Lebensweise: Bombus lapidarius fliegt ab März/April. Ihrem Namen nach nistet die Steinhummel in Steinhaufen. Ihre Brutstätte befindet sich in Höhlen unter- und oberirdisch, Pocketmaker (z.B. in Meisenkästen, oder unterirdisch in verlassen Bauten von Kleinsäugern). Sie sind nicht nur Nestbezieher, sondern auch Nestbauer. Zwischen 100 – 300 Individuen können in einem Nest zu finden sein.

Bombus lapidarius mit reichlich Pollen auf einer Filz-Klette (Arctium tomentosum)

NahrungZu Ihrer bevorzugten Nahrung gehören Nektar, Pollen und Honigtau. Damit gilt sie als polylektische Art. Dabei bevorzugen sie diverse Kleearten (Trifolium) und Taubnesseln (Lamium) (Bild gefleckte Taubnessel), letztere können auch als sogenannte Hummelblumen bezeichnet werden.  Ihre Vorratshaltung betreibt die Steinhummel in Tönnchen.

Besonderheiten: Sie erfährt keine Einstufung in die Rote Liste und ist in dieser der Bestandsgrößen-Klasse „häufig“ zugeordnet. Die Steinhummel wird von der Rotschwarzen Kuckuckshummel (Bombus rupestris) parasitiert. Sie war das „Insekt des Jahres 2005“ (Westrich 2005).

Wiesenhummel (Bombus pratorum)
Wiesenhummel bei der Nahrungsaufnahme

Merkmale: Königin bis 17mm - Arbeiterinnen bis 14mm - Drohnen bis 13mm. Wiesenhummeln besitzen einen pelzig, schwarz behaarten Körper mit einem gelben Streifen in Kopfnähe. Am Anfang des Hinterleibs haben sie einen breiten gelben Streifen. Die letzten zwei Ringe des Abdomens sind auffällig rot. Es kommen aber auch Individuen vor, bei denen ein oder beide gelbe Streifen fehlen. Neben einem kurzen Kopf, verfügen sie über einen mittellangen Rüssel mit bis zu 14mm Länge.

Lebensraum: Bombus pratorum präferiert lichte Wälder, Wiesen und Parks in ganz Europa, ausgenommen der Iberischen Halbinsel und den hohen nördlichen Breiten. Ihre Habitate finden sich vom Flachland bis in die alpine Höhenstufe. In Waldsäumen, Hecken, extensiv genutztem Grünland, Hochwasserdämmen, Brach- und Ruderalflächen und z.T. im Siedlungsräum kann man sie antreffen. Die Wiesenhummel ist Kulturfolger und besiedelt dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. 

Lebensweise: Die Königin fliegt bereits ab März. Ihren Nestbau betreiben sie oberirdisch, in der Krautschicht, in vorhandenen Hohlräumen (z.B. in Bäumen in alten Vogelnestern), zuweilen auch unterirdisch in verlassenen Bauten von Kleinsäugern. Ihre Nester werden von 50-120 Individuen bewohnt.

Wiesenhummel im Anflug

Nahrung: Die Wiesenhummel ernährt sich von Nektar, Pollen und Honigtau, sie ist wie viele ihre Verwandten als polylektische Art einzustufen. Dabei sind bislang mehr als 130 Pflanzenarten als potentielle Nahrungsquelle bekannt. Die Vorratshaltung betreibt sie in Tönnchen.

Besonderheiten:
]Unter den heimischen Hummelarten ist die Wiesenhummel jene Art, die ihren Lebenszyklus als erstes beginnt, jedoch auch als erstes beendet. Keine Einstufung in die Rote Liste.

Baumhummel (Bombus hypnorum)
Baumhummel-Drohne (Bombus hypnorum) an einer Winterlinde (Tilia cordata)

Merkmale: Königin bis 21mm - Arbeiterinnen bis 18mm - Drohnen bis 16mm. Zu erkennen ist die Baumhummel an ihrem braun bis schwarz behaarten Körper mit einem rotbraunen Rücken. Die letzten zwei Ringe ihres Hinterleibs sind weiß, grauweiß und manchmal von dunkelbrauner Färbung. Selten auch komplett schwarz mit weißer Färbung des Körperendes. Ihr Kopf ist lang, der Rüssel ist eher kurz, mit einer Länge bis ca. 12mm.

Lebensraum: Sie ist überall in Europa zu finden. Dabei ist sie jedoch in Südeuropa lediglich in den höheren Lagen anzutreffen. In Waldsäumen, lichten Wäldern und angrenzenden Wiesen, Streuobstwiesen, Parkanalagen, Brach- und Ruderalflächen und häufig auch in Siedlungsräumen bauen Baumhummeln ihre Nester. Natürliche Baumhöhlen gehörten ursprünglich zu den bevorzugten Nistplätzen der Baumhummel. Vom Flachland bis in die subalpine, in der Südschweiz bis in die alpine Höhenstufe verbreitet – bis 2200m ü. NN.

Lebensweise: Die Baumhummel fliegt von Februar/März bis maximal in den August hinein. Sie betreibt ausschließlich oberirdischen Nestbau, insbesondere in natürlichen Baumhöhlen und Felsspalten, aber auch in Nistkästen, Ställen, Scheunen, Dachböden und Vogelkästen, was als Charakteristikum der Baumhummel gilt. Sie nistet überall, wo ein geeigneter Platz für ihr Nest und ausreichend Trachtpflanzen vorzufinden sind. In ihren Behausungen leben auf dem Höhepunkt des Hummeljahres zwischen 80 – 400 Individuen.

Nahrung: Nektar, Pollen und Honigtau als bevorzugte Nahrungsquelle machen diese Art zu einer polylektischen Strategin. Ihre Vorratshaltung wird dabei in Tönnchen betrieben.

Besonderheiten: Sie gelten, wie andere oberirdisch nistende Arten, als leicht reizbar und neigen im Nestbereich zu heftigem Widerstand. Die Kuckuckshummel der Baumhummel ist die Norwegische Kuckuckshummel (Bombus norvegicus). Auch sie hat keine Gefährdungseinstufung in die Rote Liste.

Bombus hypnorum auf einer Brombeere (Rubus fruticosus)
Helle Erdhummel (Bombus lucorum)
Drohne von Bombus lucorum auf einer Heidegünsel (Origanum vulgare)

Merkmale: Königin bis 21mm - Arbeiterinnen bis 16mm - Drohnen bis 16mm. Ihr Körper ist pelzig, samtschwarz und behaart. In Kopfnähe befindet sich ein zwei mm breiter zitronengelber bis schwefelgelber Streifen, der am Flügelansatz endet und allmählich ausbleicht. Gelegentlich sind im Gesicht gelbe Büschel zu sehen. Im ersten Drittel des Hinterleibs befindet sich ein 2mm breiter, oft zitronengelber oder blassgelber Streifen. Die letzten zwei Ringe des Abdomens sind weiß bis grauweiß gefärbt. 

Lebensraum: Sie ist in ganz Europa verbreitet. In Mitteleuropa findet man sie häufig. Sie zeigt keine strenge Habitatbindung, ist aber eher an offenen Standorten wie: Waldsäumen, Hecken, extensiv genutztem Grünland, Hochwasserdämmen, Brach- und Ruderalflächen anzutreffen. Auch Sand-, Kies- und Lehmgruben werden gern von ihr genutzt.  Vom Flachland bis in die montane, in der Südschweiz bis in die subalpine Höhenstufe verbreitet. Durch ihre dichte Behaarung kann sie auch bei niedrigen Temperaturen aktiv sein.

Lebensweise: Die Helle Erdhummel fliegt von März bis Oktober. Kürzlich gab es Berichte, denen zu Folge sie schon im Februar fliegt. Bombus lucorum nistet überwiegend unterirdisch - gerne unter Holzböden von Gartenschuppen. Daher ist sie zu den bodenlebenden Hummeln gelistet werden. Ihre designierten Jungköniginnen und Drohen fliegen ab Juli. Im Staat der Hellen Erdhummel leben zwischen 100 – 400 Individuen.

Nahrung: Die Helle Erdhummel ernährt sich von Nektar, Pollen und Honigtau, wodurch sie als polylektische Art zu bezeichnen ist. Ihre Vorratshaltung betreibt sie in Tönnchen.

Besonderheiten: Sie ist von der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) schwer zu unterscheiden. Am ehesten durch die helle Färbung und den etwas kleineren Körper. Bombus lucorum hat einen kurzen Kopf und einen kurzen Rüssel, bis ca. 10 mm. Diese Erdhummel wird von der Kuckucksbiene (Bombus bohemicus) parasitiert. Keine Einstufung in die Rote Liste. 

Bombus lucorum auf Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
Gartenhummel (Bombus hortorum)
Gartenhummel (Bombus hortorum) mit reichlich Pollen an den Hinterbeinen

Merkmale: Königin bis 22mm - Arbeiterinnen bis 18mm - Drohnen bis 16mm. Unsere Gartenhummel zeichnet sich aus durch einen samtschwarzen behaarten Körper mit einem dunkelgelben Streifen von 2mm Breite in Kopfnähe. Am Anfang des Hinterleibs zeichnet sich ein  breiter, goldgelber Streifen, wohingegen die letzten zwei Ringe des Abdomens weiß bis schmutzig weiß sind. Oft hat die Unterseite eine hellere Behaarung. Ihr Kopf ist länglich und vorn eng zulaufend. Charakteristisch ist der sehr lange Rüssel mit einer Länge bis ca. 21mm.

Lebensraum: Diese Art ist in ganz Europa heimisch. Verbreitung findet die Gartenhummel von Skandinavien und Russland im Norden bis zur Südtürkei und Nordiran im Süden. Waldsäume und -ränder, Streuobstwiesen, Hecken, extensiv genutzte Mager- und Fettwiesen, Hochwasserdämme, Brach- und Ruderalflächen und Habitate im Siedlungsbereich gehören zu ihrem Lebensraum. Anzutreffen ist sie vom Flachland bis in die obere subalpine Höhenstufe.

Lebensweise: Zu beobachten ist die Königin ab März, sie fliegt bis in den Mai hinein. Die Gartenhummel kann bis in den September gesichtet werden. Sie errichtet ihre Nester oberirdisch in Vogelnestern, Nistkästen, Scheunen, Dachböden, oder aber unterirdisch in verlassenen Mäusenestern usw. In einem Staat leben zwischen 50 – 120 Individuen.

Nahrung: Die Gartenhummel fliegt auf Nektar, Pollen und Honigtau. Diese polylektische Art favorisiert Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Lippenblütler (Lamiaceae) und Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) (Scheuchl & Willner 2016). Ihre Vorratshaltung betreibt sie in Taschen.

Bombus hortorum mit goldgelber Färbung

Besonderheiten: Von der Dunklen Erdhummel ist sie schwer zu unterscheiden. Am ehesten jedoch durch die länglich wirkende Körperform und den länglich schmalen Kopf. Außerdem erfährt sie keine Einstufung in die Rote Liste. In Neuseeland ist sie im späten 19.Jh. als Klee-Bestäuber eingeführt worden. Parasitiert wird sie von der Bärtigen Kuckuckshummel (Bombus barbutellus) und vermutlich auch von der Feld-Kuckuckshummel (Bombus campestris).

Bunte Hummel (Bombus sylvarum)
Bunte Hummel (Bombus sylvarum) auf einer Filz-Klette (Arctium tomentosum)

Merkmale: Königin bis 18mm - Arbeiterinnen bis 15mm - Drohnen bis 14mm. Die bunte Hummel trägt ihren Namen durch ihre abwechslungsreiche Färbung. Durch die Kombination aus einer schwarzen Querbinde auf der Brustoberseite und einem orangerot gefärbtem Körperende ist die Bunte Hummel auch im Freiland recht sicher zu bestimmen. Ein weiteres Kennzeichen ist ihr mittellanger Rüssel.

Lebensraum: Der Lebensraum der Bunten Hummel umfasst Waldränder, (Streuobst-) Wiesen, Gräben und Böschungen, auch in Gärten und Parkanlagen ist sie bisweilen anzutreffen. Sie kommt in den Bergen bis zu Höhen um die 1.400 Meter vor, bevorzugt jedoch tiefere Lagen und speziell wärmebegünstigte flussnahe Gebiete. Sie nistet entweder unterirdisch, beispielsweise in verlassenen Mäusenestern oder über der Erde in Hohlräumen oder unter Grasbüscheln.

Lebensweise: Sie ist von April bis Oktober zu beobachten. Die Völker der Bunten Hummel sind mit einer maximalen Größe von rund 150 Tieren vergleichsweise klein. Sie sind Nestbauer, aber auch Nestbezieher. Ihre unterirdischen Nester haben sehr kurze Zugangsstollen.

Bunte Hummel (Bombus sylvarum) an einem Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)

Nahrung: Die Bunte Hummel ernährt sich von Nektar, Pollen und Honigtau von verschiedenen Pflanzen, wodurch sie als polylektische Art zu bezeichnen ist. Dennoch hat sie eine Vorliebe für Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Lippenblütler (Lamiaceae) und Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).

Besonderheiten: Bombus sylvarum war die Wildbiene des Jahres 2016. Zudem wird sie auch als Waldhummel bezeichnet. Dieser Name kann irreführend sein, da sie tatsächlich kaum in Wäldern zu finden ist. Trotz vieler Nachweise ist sie auf der  Vorwarnliste gefährdeter Tierarten verzeichnet. Sie wird wie die Steinhummel  von der Rotschwarzen Kuckuckshummel (Bombus rupestris) parasitiert.

Hummeln 2.0 - Bedrohung & Schutz

Bestäubung durch Hummeln sichert die Erträge der Tomaten im Treibhaus

Der Bedarf an Bestäuberinsekten hat sich in den letzten 50 Jahren verdreifacht. Daher ist man zu einer industriellen Züchtung von Hummeln übergegangen. Schon seit den 1980er Jahren werden einige Hummelarten, insbesondere Erdhummeln, gezüchtet und zur Bestäubung von Tomaten, Paprika, Auberginen, Melonen, Zucchini, Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren in Gewächshäusern eingesetzt. Mehr als eine Millionen Hummeln werden täglich in die ganze Welt ausgeliefert. Dadurch, dass Hummeln nur ein paar Hundert Individuen pro Staat vereinigen, lassen sie sich gut im Treibhaus einsetzen. Hummeln besitzen einige nützliche Eigenschaften: Sie sind schon bei 0° Celsius und bei einer geringen Lichtintensität aktiv. Außerdem stechen sie auch beim versehentlichen Quetschen seltener als Honigbienen. Und wenn sie ausreichend Zuckerwasser zur Verfügung haben, sind sie standorttreu. Der Einsatz von Erdhummeln erhöht sowohl den Ertrag als auch die gleichmäßige Fruchtausbildung und ersetzt bei einigen Pflanzen (zum Beispiel Tomaten oder Zucchini) das ansonsten übliche und sehr (zeit-)aufwändige mechanisch-händische Bestäuben.

Die Erfolge der Bestäubung durch im Treibhaus zum Einsatz kommenden Hummeln, überdecken dabei den ökologischen Schaden, den dieses Vorgehen bewirken kann. Die Zucht-Hummeln entkommen oft durch Lüftungsschlitze oder defekte Fensterscheiben aus den Treibhäusern, woraufhin sie Parasiten unter heimischen Hummelarten einführen. Außerdem setzen sie oder die heimische Hummelflora und andere Arten einem erhöhten Konkurrenzdruck aus. Des Weiteren tragen fremde Hummelarten dazu bei, invasive Pflanzenarten zu bestäuben, welche das ökologische Gleichgewicht endemischer Arten stören kann. Die „Nähe von Zuchthummeln schadet Wildbienen und Hummeln“ (Peter Graystock - Hummelexperte, lehrt an der Cornell University).

Naturgarten mit bienenfreundlichen Strukturen

Allgemeine Bedrohungen bei Hummeln sind Krankheiten wie der Flügeldeformationsvirus, Agrargifte ( z.B. Neonicotinoide) und Habitatverluste durch Monokulturen in der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden Verschwinden von Blütenwiesen. Vor 10 Jahren flogen noch 12 Arten häufig auf Blüten, heute sind es lediglich 6 heimische Arten (National Geographic 6/2017). In der Summe ist etwa ein Drittel aller europäischen Hummelarten vom Aussterben bedroht. Insektenfreundliche Gärten weisen eine höhere biologische Vielfalt als Ackerflächen auf. Daher sind auch kleine Wohltaten zum Schutz unserer Hummeln von höchster Bedeutung. Ein schöner Beitrag zu mehr Aufmerksamkeit welche Bedeutung Hummeln für die Bestäubung übernehmen, lieferte der bundesweite Pflanzwettbewerb. Dieser fand in drei Etappen (Herbstsummen, Frühlingssummen und Sommersummen) statt. Insgesamt nahmen an diesem Wettbewerb über 300 Personen teil. Allen gemeinsam war: sie machten sich stark für das bienenfreundliche Gärtnern (https://wir-tun-was-fuer-bienen.de/home.html).  

Ein Schema zur Unterscheidung von Hummeln findet sich hier:
Zeichnungsmuster häufiger Hummelarten des Siedlungsbereichs

Auf wildbienen.de gibt es eine interessante Seite mit eindrucksvollen Fotos und interessanten Hinweisen zur Unterscheidung von Wildbienen von Wespen und Schwebfliegen.
http://www.wildbienen.de/huarten.htm

Ein Interview über den Hummelschutz mit dem bekannten Berliner Bienenforscher und Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=60457

Vier Tipps zum Schutz von Hummeln

Hummeln - Bienen im Pelz
(Eine Universum-Dokumentation von Dr. Kurt Mündl (unvollständig))

Infos zu Hummeln

hummelfreund.com
Website für Hummelfreunde, die diese bewusst ansiedeln wollen

aktion-hummelschutz
für alle, die mehr über die Welt der Hummeln erfahren möchten

Informationsflyer zu Hummeln 
Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (PDF)

das-hummelhaus.de
für alle, die mehr über die Hummel, das An- und Umsiedeln von Hummeln und Hummelnistkästen erfahren wollen

pollenhoeschen.de
hier gibt es viele Informationen zur Hummel und sogar ein Hummelforum

„Hummeln – Bienen in Pelz“
Informationsmaterial vom BUND Naturschutz in Bayern

Hummelexperten:

Wilhelm Glass, Enzberg

Initiativen zum Hummelschutz

Kutzüberblick des BUND zu Lebenszyklus, Gefährdung und Schutz von Hummeln (Jenny Therese Kupfer)

Hummelausstellung des BN-Bayern, die von der BN-Kreisgruppe Nürnberg ausgeliehen werden kann - Das letzte von 10 Roll Ups der Wanderausstellung hat die Stiftung für Mensch und Umwelt beigetragen. Weitere Infos erhalten sie auf der Website oder bei Herrn Wolfgang Dötsch, w.doetsch@bund-naturschutz-nbg.de

Auch privates Engagement ist gefragt. In seinem Berliner "Hortus Bombus" zeigt Dietmar Pätzold wie es geht. In liebevoller Handarbeit ist es ihm gelungen eine kleine Naturoase für Vögel und Insekten zu schaffen. 

 

Kontakt

Dr. Corinna Hölzer, Cornelis Hemmer
Hermannstr. 29, 14163 Berlin-Zehlendorf
Tel.: 030. 394 064 310
Fax: 030. 394 064 329