Tempelhofer Feld

Neukölln zählt zu den Berliner Bezirken, die im besonderen Maße Grünflächen brauchen. Durch die Aufgabe des Flughafen Tempelhof bietet sich nunmehr ein neuer grüner Freiraum. Dieser soll, so die Idee der Betreiber, der Bevölkerung als Erholungsraum zur Verfügung stehen. Mit dem Gemeinschaftsgarten des Allmende Kontors auf der Pionierfläche Oderstraße entstand ein Mitgestaltungsraum. Auf dieser Teilfläche versucht das Projekt „Schaut mal: Bienen“ sehr konkrete Beteiligungsmöglichkeiten in den Bereichen Gartenbau und Gärtnern den Bürgern und Bürgerinnen anzubieten. Neben dem sozialen Aspekt des gemeinschaftlichen Gärtnerns besitzt die Freifläche auch eine ökologische Bedeutung. Insgesamt konnten 124 weitere Wildbienenarten auf dem ehemaligen Flugfeld nachgewiesen werden. Die Sensibilisierung für die ökologischen Zusammenhänge zwischen Pflanzen und Bienen, ist Ziel das Projektes.

Das Projekt hat ein eigenes Blog.

Adresse: auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, Pionierfläche Oderstraße

Anzahl der Bienenstöcke: 1

Öffentlicher Zugang: ja

Interview
Jörg Hasenbein
Jörg Hasenbein, Imker auf dem Tempelhofer Feld

Was bedeutet Ihnen die Stadtimkerei?
Letztendlich bin ich durch die Stadtimkerei zu den Bienen gekommen. Sie ermöglicht mir mit den Bienen zusammenzuleben, was ich sehr schön finde. Die Stadtimkerei bereichert das Leben in der Stadt durch die unmittelbare Nähe von Natur und urbaner Umgebung.
Mir persönlich ist es dabei ein Herzensanliegen, wesensgemäß und ökologisch mit den Bienen zu arbeiten. Das bedeutet, dass die Biene mit ihrem Naturwabenbau und nicht die Honigausbeute im Vordergrund steht. Außerdem wird durch die Stadtimkerei die Bedeutung von Umwelt, Natur und Lebensmitteln mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht. Neben dem Kontakt zur Biene ermöglicht die Stadtimkerei viele interessante Begegnungen mit Menschen, darunter viele Imkerkollegen und -kolleginnen.

Warum machen Sie bei Berlin summt! mit?
Berlin summt! ist eine wichtige Initiative für unsere gefährdete Biene und schlussendlich auch für uns. Der Fokus liegt darauf, dass wir alle etwas für die Natur und unseren Lebensraum tun können und nicht davon getrennt sind. Ich erhoffe mir weitere Vernetzung von Gleichgesinnten und ein Sprachrohr für die wesensgemäße Bienenhaltung.

Was verbinden Sie mit Ihrem Standort?
Das Tempelhofer Feld ist einfach großartig und eine einzigartige Freifläche mitten in Berlin! Hier ist Platz für alle: Sportler, Spaziergänger, Hundefreunde, Kinderwägen, Kleingärtner, Künstler, Grillfreunde, Touristen... und eben auch für meine Bienen.
Sie ziehen immer wieder neugierige Passanten oder Interessenten in den Allmende-Garten, was schon zu vielen Gesprächen und Kontakten geführt hat. Auch mit den unmittelbaren Nachbarn, den AllmendegärtnerInnen, besteht ein reger Austausch. Somit ermöglicht der Standort nicht nur ein Zuhause für die Bienen, sondern auch einfachen Zugang für alle Interessierten.

Auf dem Tempelhofer Feld kooperiert Berlin summt! mit der Initiative: Schaut mal Bienen - Umweltbildung in urbanen Gärten der workstation Ideenwerkstatt e.V.

Am 17. Juli 2012 besuchte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (hier im Gespräch mit Gawan Mühl) den Gemeinschaftsgarten des Allmende Kontors auf dem Tempelhofer Feld. "Wo früher Flugzeuge landeten, wachsen heute Tomaten, Gurken und Zucchini. Das Allmende Kontor ist ein gutes Beispiel dafür, wie man Brachflächen in der Stadt wieder sinnvoll nutzen kann – und das Projekt macht Lust aufs Gärtnern", sagte Aigner laut Pressemitteilung ihres Ministeriums.

Gawan Mühl und Claudia Leucht
Die Preisträger unseres Gartenwettbewerbs 2012, Gawan Mühl und Claudia Leucht

Kontakt

Dr. Corinna Hölzer, Cornelis Hemmer
Hermannstr. 29, 14163 Berlin-Zehlendorf
Tel.: 030. 394 064 310
Fax: 030. 394 064 329