Gärtnern in der Stadt

tempelhofer feld

Dass jeder Mensch ein Stückchen Grün braucht, ist keine neue Erkenntnis. Die traditionellen Kleingärten boten und bieten den Stadtbewohnern die Gelegenheit, sich selbst mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Kleingartengebiete wurden daher extra zur Verfügung gestellt, um den Bürgern eine bessere Ernährung zu ermöglichen. Die übliche Organisationsform ist der Kleingartenverein.

kleingarten

Mit dem neuen Begriff "Urban gardening" wird jedoch eine andere Art des städtischen Gärtnerns bezeichnet, die sich auch als eine Form des politischen Protests versteht. Die Bürger warten nicht mehr auf Pläne der klammen Kommunen, sondern nehmen die Sache selbst in die Hand. Mitten in der Stadt und selbstorganisiert wird auf ehemaligen Brachen ökologischer Ackerbau betrieben. Verkehrsinseln, Mittelstreifen und Baumscheiben (das nicht versiegelte Erdreich um den Baum) werden eigenständig begrünt, verlassene Industriegrundstücke zu Nutzgärten umfunktioniert und in alten Autoreifen Beete angelegt. Dabei geht es auch um Integration - beim gemeinsamen Gärtnern ist es leichter, kulturelle und religiöse Unterschiede zu überwinden und sich kennenzulernen.

juroren

Gärtnern in der Stadt findet also in vielfältigen Formen statt. Hier eine (unvollständige) Liste der Gartentypen in der Stadt:

  • Kleingarten / Nutzgarten / Naschgarten
  • Urban Gardening-Arreal
  • Interkultureller Garten
  • Mietergarten
  • Privatgarten
  • Schulgarten
  • Firmengarten
  • begrünter Hinterhof
  • begrünte Baumscheibe
  • begrünte Terrasse oder Balkon
broschüre

Das "Grünbuch Stadtgrün" des Bundesministeriums für Umwelt und Bauen (BMUB)
"Das Grünbuch bildet eine breite Bestandsaufnahme der Thematik. Hierauf aufbauend will das BMUB einen breiten Dialog über urbanes Grün initiieren und einen Weißbuchprozess anstoßen, bei dem es um Handlungsempfehlungen und um Möglichkeiten der Umsetzung gehen wird." Deutschland summt! wird an zwei Stellen des Grünbuchs erwähnt (S. 65 u. 67).
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Interview mit Peter Paschke, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V., über naturbewusstes Gärtnern in den Kleingärten:

 

Aktionen

Pflanzaktion für Bienen an der Veggie-Mensa der Freien Universität

Am 12. und 13. November 2014 bot sich den Studierenden und Mitarbeitern der Freien Universität mittags auf dem Weg zur Grünen Mensa "Veggie No. 1" in der Van’t-Hoff-Straße ein ungewöhnliches Bild: Kommilitonen und Kollegen traktierten mit Spaten die große Rasenfläche vor der Mensa und setzten insgesamt fast 13.000 Blumenzwiebeln in die selbstgegrabenen Löcher. Passanten wurden freundlich aufgefordert, es ihnen gleichzutun, und viele folgten der Einladung zur spontanen gärtnerischen Betätigung.

© C. Hemmer

 
Aufbau einer Wildbienen-Nisthilfe

Im Anschluss an die erfolgreiche Pflanzaktion im Herbst 2014 fand am 13. Mai 2015 eine weitere Mitmachaktion auf der Rasenfläche vor der FU-Mensa "Veggie No. 1" statt: der Aufbau einer großen Insektennisthilfe. Entworfen und gebaut hat das Wildbienenhotel der Schreiner Jürgen Schwandt. Die vorgefertigten Module wurden mit Schilfhalmen und Holzbausteinen als Nistgelegenheiten für Wildbienen von Studierenden vor Ort gefüllt und im Anschluss in das Gerüst eingepasst. Infotafeln komplettieren die Nisthilfe, die gut sichtbar vor der Mensa für den Bienenschutz werben.
Diese Aktion, wie auch die Pflanzaktion im Herbst 2014, wurde von Berlin summt! in Kooperation mit der Studierendeninitiative SUSTAIN IT! Initiative für Nachhaltigkeit und Klimaschutz an der Freien Universität Berlin und dem Studentenwerk Berlin organisiert.

Kontakt

Dr. Corinna Hölzer, Cornelis Hemmer
Hermannstr. 29, 14163 Berlin-Zehlendorf
Tel.: 030. 394 064 310
Fax: 030. 394 064 329